Ernte
Sagra degli Agrumi
An Weihnachten verströmt Sardinien den erdigen Geruch der Natur und den Duft der Orangenblüten. Wie auf einem Gemälde leuchten die Orangen vor dem intensiven Grün der Zweige, die schon im Dezember weiße Blütensterne tragen.
Sardinien ist ein Farbenmeer, auch im Winter, mit den roten Früchten des Erdbeerbaumes, den dunkelblauen Beeren des Myrtenstrauches, den weißen Blütenknospen der Erikabüsche und den braunen Eicheln an den Ästen der Steineichen. Farben, die im Frühjahr zu den Festen gehören, die in den Dörfern gefeiert werden, wo Männer, Frauen und Kinder Kostüme in den Farben der Orangen, der Zweige und der duftenden Blüten tragen. Es sind die Volksfeste, auf denen die Klänge des Mittelmeers ertönen, die Launeddas gespielt werden, geschmückte Ochsengespanne durch die Beifall klatschende Menge ziehen und neben den mit Orangen gefüllten Körben kunstvoll geformtes Gebäck und Brot aus mit Lentiscozweigen geschürten Holzbacköfen zusammen mit Rot- und Weißwein angeboten werden.
All diese Dinge, gehören zur Tradition und Geschichte des heutigen Sardiniens. Ein großer Liebhaber Sardiniens, der Sprachforscher Max Leopold Wagner, hat hierüber 1921 ein Buch geschrieben: „Das ländliche Leben Sardiniens im Spiegel der Sprache.“ Eine Insel, die man sehen muss. Und lieben.
|